2026: Ausstellung der

Künstlergruppe Bonn

Porträt - Das ICH im Bild

Die letzte Ausstellung: "Porträt"

fand vom 26. April 2026 (Vernissage)

bis zum 17. Mai 2026 (Finissage)

im Künstlerforum Bonn statt.

Künstlerforum Bonn:

Hochstadenring 22

53119 Bonn

Eröffnung: 26. April 2026

Einführung: Dr. Friederike Voßkamp,

Dauer der Ausstellung: 26.04.2026 bis 17.05.2026

Öffnungszeiten: Di – Fr 15 – 18 Uhr, Sa 14 – 17 Uhr, So 11 – 17 Uhr

Ausstellende Künstler:

Anne Beikircher, Cabby, Jakobus Breuer, Jana Cremer, Géza Dámosy, Dierk Engelken, Henning Forster, Frank Fremerey, Benjamin Hartung, Corinna Heumann, Wolfgang Hunecke, Kim Kluge, Kerstin Krone Bayer, Robert Leiste, Pitt Müller, Marliese Münchrath, Karin Neusel, Susanne Neusel, Christiane Pacyna-Friese, Dr. Aribert Peters, Sibylle Petersen, Andreas Rein, Ernemann Sander,  Barbara Schmitz, Eugen Schramm, Anne Sengpiel, Mike van der Gracht, Egbert Verbeek, Uta Weckbecker, Manfred Weil und Georg Wittwer

Programm:

Vernissage am Sonntag, 26. April 2026, 13:00 Uhr:

Eröffnungsrede von Dr. Friederike Voßkamp,

Direktorin des August Macke Hauses

Performance & Music « Porträt » von Karla M. Götze & Claudia Huismann

In der Betrachtung und Erforschung des Porträts in einer interaktiven Kunstaktion mit Sound und Performance entsteht ein neuer Resonanzraum.

« Das Bildnis des Dorian Gray » Performance von Alois Reinhardt und Jan Wienowiecki

Nichts kann die Seele heilen, als die Sinne, genauso wie nichts die Seele heilen kann als die Sinne. – Alois Rheinhardt

Finissage am Sonntag, 17. Mai 2026, 11 – 17:00 Uhr

12 bis 17 Uhr Aktionen zum August-MackeViertel-Fest – Klimaviertel Bonn: for People, for the Planet, for Culture, for Peace – United in Diversity together for the UN SDG’s Culture based climate solutions and transformative Artivism, «Parachutes for the Planet» Mitmachaktionen für Alle

15 & 16 Uhr: Performances von Alois Reinhardt und Jan Wienowiecki

16:30 Uhr: Performance „IN-AKTIvITA-ET“ von Marie-Kristin Kirschner

17 – 18 Uhr: HipHop & RnB von Konstantin Fremerey

Performance « IN-AKTIvITA-ET » von Marie-Kristin Kirschner

Sonntag, 17. Mai 2026, 16:30 Uhr

Konzerte:

1. Konzert im Künstlerforum am 3. Mai ab 16.30 Uhr

« Karavane nach Belgrad »

Legacy of Milian & Magi, the core members of the iconic Yu art-rock band Ekaterina Velika (EKV)

Performed by: Nataša Kukoč, Milorad Živojnov und Milica Helena

Organisation: Gyorgye Cvetkovics

Light & Sound: Thom Broekhuisen

Art-support: Bernd Arthur Kraft

2. Konzert im Künstlerforum am 9. Mai ab 16.30 Uhr

« Karavane nach Belgrad von hier aus »

Einladung zur Reise nach Belgrad für Interessierte von Prof. Johannes Schwarz, Fagott, Prof. Ulrike Schwarz, Saxophon und Milica Helena, Gitarre

Einladungskarte:

Einladung KGB 2026 Ausstellung: Das ICH im Bild, Seite 1
Einladung KGB 2026 Ausstellung: Das ICH im Bild, Seite 3
Einladung KGB 2026 Ausstellung: Das ICH im Bild, Seite 2
Einladung KGB 2026 Ausstellung: Das ICH im Bild, Seite 4

Impressionen von der Eröffnung (Video: Horst Goetze):

Impressionen von der Eröffnung (Fotos Frank Fremerey):

Impressionen von der Eröffnung (Fotos Mike van der Gracht und Jost Budde):

Impressionen vom ersten Konzert am 03. Mai (Fotos Mike van der Gracht):

Impressionen vom zweiten Konzert am 09. Mai (Fotos Mike van der Gracht):

Ausstellende Künstler und ihre Arbeiten (Grafik: Robert Leiste):

Erdgeschoß:

KGB Haengeplan Portrait 2026 EG

1  Cabby: Kleine Schritte, Angstkauen, What´s in my bag, Unsicher, Gouache, 2026

2  Frank Fremerey: Wer bist du?, 100 x 100cm, Fotocollage auf Alu Dibond, 2026

3  Kim Kluge: Corinna on the move, Eugen on the move, je 150 x 120cm, Zeichnungen, 2026

4  Manfred Weil: Portrait eines Mädchens, 30 x 23cm, Radierung, 1987

5  Manfred Weil: Portrait Willy Brandt & Juan Dotterweich, Öl auf Leinwand, 1974 & 1975

6  Barbara Schmitz: Faccia Grande, Stahl gerostet, 145 x 66 x 32cm, 2025

7  Corinna Heumann: Digital Identities, Acryl und Collage auf Leinwand, je 80 x 80cm, 2026

8  Kerstin Krone-Bayer: Die Töchter der Töchter der Töchter, Installation, 2018

9  Wolfgang Hunecke: Tach Herr Hunecke – Tschüss Herr Hunecke, Öl auf Leinwand, 2019 – 2020

10 Anne Beikircher: C´est ça, Installation, 2026

11 Georg Wittwer: Once upon a Time, Mischtechnik, 2026

12  Portrait von Ernemann Sander, Mischtechnik

13 cpf: aus der Serie numbers(e)motion, Druck auf Alu Dibond, 2026

14 Robert Leiste:angular profiles, Fotografien, 2026

15 Corinna Heumann: Fake KI.M., Acryl und Aluminium Dust auf Leinwand, 2022

16 Géza Dámosy: Lhasa – Tibet, Tuschezeichnung, 2026

17 Karin Neusel & Manfred Weil: Portrait M. Weil mit seiner Mitwirkung, Öl und Kreide auf Leinwand, 1975

18 Marliese Münchrath: Für Mareile in der Nacht & Für Mareile am Tag, Fotocollagen, 2026

Ausstellende Künstler und ihre Arbeiten (Grafik: Robert Leiste):

Obergeschoß:

KGB Haengeplan Portrait 2026 OG

1  Andreas Rein: Portait Corinna, Öl auf blauem Stoff, 2025

2  Benjamin Hartung: Alma, Marianne, 70 x 50cm, Spraypaint on Paper, 2026

3  Sibylle Petersen: NN I bis III, 40 x 30cm, mixed media, 2025

4  Eugen Schramm: Andreas, Silke und Kim, 45 x 45cm, Merinowolle und PLA-Filament, 2026

5  Eugen Schramm: Katja Dörner, 90 x 90cm, Merinowolle und PLA-Filament, 2026

6  Sandra Prüfer & Milorad Živojnov: Karavane nach Belgrad, Multimediainstallation, 2026

7  Henning Forster: Onryō – Yotsuya Kaidan, Resin, 2026

8  Uta Weckbecker: Ukrainische Soldatinnen, Öl auf Leinwand, 2026

9  Gesine Lütters: Klaus Kinski, Öl auf Leinwand, 2026

10  Jana Cremer: St. Anna Kapelle, Königin Sophie, Öl auf Leinwand, 2026

11  Dr. Aribert Peters: Der Mensch, Öl auf Leinwand, 2025

12  Andreas Rein: Portraits Susanne, Anne, Wolfgang, Anne Jakobus, Öl auf Leinwand, 2026

13  Dierk Engelken: Aljoscha, Acryl auf Leinwand, 2002

14  Mike van der Gracht: 15 Fotoportraits in s/w, 2025

15  Dierk Engelken: Selbst, Print, 1982, Lebenslust, Zeichnung, 1976, Franziska, Serigrafie, 1970

16  Susanne Neusel: o.T., Pinselzeichnung, 1992, o.T., Aquarell. 1992

17  Egbert Verbeek: Ezra Pound, Öl Auf Leinwand, 2015 

18  Egbert Verbeek: Prometheus, Bronze, 2023

19  Egbert Verbeek: Lichtjahre, Gips, Eisen, Gold, 2015

20  Egbert Verbeek: Trias – nach Matthias Grünewald, Keramik, 2026

21  Pitt Müller: Portrait eines unbekannten jungen Mannes, Bronze, 1945

22  Barbara Schmitz: Busto, Stahl gerostet, 2025

23  Barbara Schmitz: Sorriso, Stahl, Blei, Treibholz, 2025

24  Anne Sengpiel: Die schönste Zeit, Collage auf Alu Dibond, 2026

Impressionen von der Finissaage am 17. Mai (Fotos Mike van der Gracht):

Eine kleine Zugabe vor der Finissage (Gitarre und Gesang: Milica Helena, Gesang:
Nataša Kukoč und Gitarre & Gesang: Milorad Živojnov):

Rezension im General-Anzeiger vom 27. April 2026 (von Elena Eggert):

Gedanken zur Kunst

Das Porträt gehört zu den ältesten Bildgattungen der Kunstgeschichte. Doch hat es sich im Lauf der Jahrhunderte grundlegend verändert. Als faszinierender Spiegel des sich wandelnden Selbstverständnisses des Menschen – von Göttern und Herrschern, Handwerkern und Dienern bis zu selbstbewussten Individuen, kritischen Zeitzeugen und radikaler künstlerischer Selbsterkundung erfährt es im Zeitalter der Sozialen Medien und der KI neue Bedeutung.

Vielfältige künstlerische Techniken zur Erkundung von Seelenlandschaften

In der jüngeren Vergangenheit entwickelte sich das Porträt von traditionellen bildnerischen Techniken zu einem vielgestaltigen experimentellen Medium. So veränderte sich mit der Erfindung der Fotografie (1839) die Rolle der Porträtmalerei. Die fotomechanische Wiedergabe des Äußeren machte die mimetische Funktion der Malerei zunehmend obsolet. Das Porträt wurde zur Bühne für Seelenlandschaften, aber auch zur politischen und sozialen Geste. Dies eröffnete neue künstlerische Freiräume: Die Moderne wandte sich in der Folge vom äußeren Abbild ab und suchte neue Formen der Selbsterforschung und Abstraktion. 

In der zeitgenössischen Kunst hat das Porträt seine Formen und Funktionen weiter ausgedehnt. Künstler und Künstlerinnen nutzen Fotografie, Video, digitale Techniken und performative Elemente, um Identität, Gender, Ethnizität und soziale Machtverhältnisse zu reflektieren. Dabei steht weniger das äußerliche Abbild im Vordergrund als vielmehr die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Konstruktionen des Selbst. Klassische Rollenbilder werden hinterfragt und und stereotype Darstellungen infrage gestellt.

Identitäten in der Gegenwart

Als ein zentrales Ausdrucksmittel für Fragen der Identität wird das Porträt im digitalen Zeitalter neu erfunden. Die Allgegenwart von Selfies und Filterbildern nicht nur in den Sozialen Medien beeinflusst fundamental die Wahrnehmung des Porträts. Die permanente mediale Selbstinszenierung demokratisiert und trivialisiert das klassische Porträt.

Als Thema der Kunst gewinnt es hingegen neue Bedeutung. Es spiegelt die tiefergehende Auseinandersetzung mit einer oder mehreren fluiden, digitalen Identitäten im Spannungsfeld von künstlerischer Reflexion und medialer Selbstdarstellung. Es erlaubt Künstlerinnen und Künstlern, Fragen von Herkunft, Gender, Migration, Körperlichkeit oder psychischer Gesundheit kreativ zu verhandeln, nicht selten im Widerstand gegen stereotype Darstellungen oder kulturelle Erwartungen, um zukünftige gesellschaftliche Szenarien zu entwerfen oder sich auf tradiertes zu berufen. Das andere und das eigene Gesicht wird zur Projektionsfläche für gesellschaftliche Konflikte und mögliche Lösungsansätze. Die Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Bild verschwimmen zunehmend. Künstlerische Porträts reagieren auf diese Bilderflut mit kritischer Distanz, mit Ironie oder als bewusster Gegenentwurf mit der Frage: Was bedeutet es heute, sich selbst oder andere zu zeigen? Wer hat die Möglichkeiten, ein Bild des Anderen oder des Selbst überzeugend zu prägen?

Die geplante Ausstellung versammelt Positionen, die das Porträt als dynamisches, offenes Medium begreifen. Jedes Werk ist ein Versuch, Sichtbarkeit zu schaffen – nicht nur für das Individuum hinter dem Bild, sondern für eine Vielfalt an Stimmen, Geschichten und Identitäten.

Corinna Heumann

Corinna, Kim und Eugen © Frank Fremerey 2026

Das Plakat zur Ausstellung: