Öffnungszeiten: Di – Fr 15 – 18 Uhr, Sa 14 – 17 Uhr, So 11 – 17 Uhr
Ausstellende Künstler:
Anne Beikircher, Cabby, Jakobus Breuer, Jana Cremer, Géza Dámosy, Dierk Engelken, Henning Forster, Frank Fremerey, Benjamin Hartung, Corinna Heumann, Wolfgang Hunecke, Kim Kluge, Kerstin Krone Bayer, Robert Leiste, Pitt Müller, Marliese Münchrath, Karin Neusel, Susanne Neusel, Christiane Pacyna-Friese, Dr. Aribert Peters, Sibylle Petersen, Andreas Rein, Ernemann Sander, Barbara Schmitz, Eugen Schramm, Anne Sengpiel, Mike van der Gracht, Egbert Verbeek, Uta Weckbecker, Manfred Weil und Georg Wittwer
Finissage am Sonntag, 17. Mai 2026, 11 – 17:00 Uhr
12 bis 17 Uhr Aktionen zum August-MackeViertel-Fest – Klimaviertel Bonn: for People, for the Planet, for Culture, for Peace – United in Diversity together for the UN SDG’s Culture based climate solutions and transformative Artivism, «Parachutes for the Planet» Mitmachaktionen für Alle
15 & 16 Uhr: Performances von Alois Reinhardt und Jan Wienowiecki
16:30 Uhr: Performance „IN-AKTIvITA-ET“ von Marie-Kristin Kirschner
17 – 18 Uhr: HipHop & RnB von Konstantin Fremerey
Performance « IN-AKTIvITA-ET » von Marie-Kristin Kirschner
Das Porträt gehört zu den ältesten Bildgattungen der Kunstgeschichte. Doch hat es sich im Lauf der Jahrhunderte grundlegend verändert. Als faszinierender Spiegel des sich wandelnden Selbstverständnisses des Menschen – von Göttern und Herrschern, Handwerkern und Dienern bis zu selbstbewussten Individuen, kritischen Zeitzeugen und radikaler künstlerischer Selbsterkundung erfährt es im Zeitalter der Sozialen Medien und der KI neue Bedeutung.
Vielfältige künstlerische Techniken zur Erkundung von Seelenlandschaften
In der jüngeren Vergangenheit entwickelte sich das Porträt von traditionellen bildnerischen Techniken zu einem vielgestaltigen experimentellen Medium. So veränderte sich mit der Erfindung der Fotografie (1839) die Rolle der Porträtmalerei. Die fotomechanische Wiedergabe des Äußeren machte die mimetische Funktion der Malerei zunehmend obsolet. Das Porträt wurde zur Bühne für Seelenlandschaften, aber auch zur politischen und sozialen Geste. Dies eröffnete neue künstlerische Freiräume: Die Moderne wandte sich in der Folge vom äußeren Abbild ab und suchte neue Formen der Selbsterforschung und Abstraktion.
In der zeitgenössischen Kunst hat das Porträt seine Formen und Funktionen weiter ausgedehnt. Künstler und Künstlerinnen nutzen Fotografie, Video, digitale Techniken und performative Elemente, um Identität, Gender, Ethnizität und soziale Machtverhältnisse zu reflektieren. Dabei steht weniger das äußerliche Abbild im Vordergrund als vielmehr die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Konstruktionen des Selbst. Klassische Rollenbilder werden hinterfragt und und stereotype Darstellungen infrage gestellt.
Identitäten in der Gegenwart
Als ein zentrales Ausdrucksmittel für Fragen der Identität wird das Porträt im digitalen Zeitalter neu erfunden. Die Allgegenwart von Selfies und Filterbildern nicht nur in den Sozialen Medien beeinflusst fundamental die Wahrnehmung des Porträts. Die permanente mediale Selbstinszenierung demokratisiert und trivialisiert das klassische Porträt.
Als Thema der Kunst gewinnt es hingegen neue Bedeutung. Es spiegelt die tiefergehende Auseinandersetzung mit einer oder mehreren fluiden, digitalen Identitäten im Spannungsfeld von künstlerischer Reflexion und medialer Selbstdarstellung. Es erlaubt Künstlerinnen und Künstlern, Fragen von Herkunft, Gender, Migration, Körperlichkeit oder psychischer Gesundheit kreativ zu verhandeln, nicht selten im Widerstand gegen stereotype Darstellungen oder kulturelle Erwartungen, um zukünftige gesellschaftliche Szenarien zu entwerfen oder sich auf tradiertes zu berufen. Das andere und das eigene Gesicht wird zur Projektionsfläche für gesellschaftliche Konflikte und mögliche Lösungsansätze. Die Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Bild verschwimmen zunehmend. Künstlerische Porträts reagieren auf diese Bilderflut mit kritischer Distanz, mit Ironie oder als bewusster Gegenentwurf mit der Frage: Was bedeutet es heute, sich selbst oder andere zu zeigen? Wer hat die Möglichkeiten, ein Bild des Anderen oder des Selbst überzeugend zu prägen?
Die geplante Ausstellung versammelt Positionen, die das Porträt als dynamisches, offenes Medium begreifen. Jedes Werk ist ein Versuch, Sichtbarkeit zu schaffen – nicht nur für das Individuum hinter dem Bild, sondern für eine Vielfalt an Stimmen, Geschichten und Identitäten.